Das BBK empfiehlt einen Rucksack pro Person und setzt dabei eine einfache Grenze: nicht mehr mitnehmen, als in den Rucksack passt. Hinein kommen Verpflegung für 2 Tage, persönliche Medikamente sowie ein Radio. Dazu gehören Schlafsack oder Decke, wetterfeste Kleidung und die Dokumentenmappe. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist seit 2004 die zentrale Stelle des Bundes für den Bevölkerungsschutz. Wer nach einer Packliste der Bundesregierung sucht, landet bei dieser Behörde. Eine eigene Liste der Bundesregierung haben wir nicht gefunden.

Hier steht die Liste mit dem Grund zu jedem Gegenstand. Außerdem vergleichen wir die beiden BBK-Fassungen, die nicht ganz übereinstimmen. Und wir sagen, was das BBK nicht festlegt: Gewicht und Volumen. Alle Angaben haben wir am 25. Oktober 2026 an den Originalseiten gelesen.

Welche Fassung des BBK-Ratgebers gilt

Die aktuelle Broschüre heißt "Vorsorgen für Krisen und Katastrophen" und trägt den Stand 11/2025, 2. Auflage. Sie ersetzt den älteren "Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen", dessen erste Auflage 2013 erschien. Laut BBK ist die neue Fassung kürzer und praxisorientierter. Wer noch das alte Heft im Schrank hat, sollte die Liste mit der neuen abgleichen.

Das BBK führt die Packliste an zwei Stellen: auf der Internetseite "Notgepäck" und als Checkliste im Ratgeber. Beide überschneiden sich stark, sind aber nicht identisch. Das BBK weist selbst darauf hin, dass seine Empfehlungen keine verbindliche Vorgabe sind. Du kannst also streichen und ergänzen, was zu deinem Haushalt passt.

Wofür der Rucksack da ist

Das Notgepäck soll helfen, die ersten Tage außer Haus zurechtzukommen. Das BBK denkt an einen Brand, an eine Evakuierung wegen eines Gaslecks oder gefundener Weltkriegsmunition und an Hochwasser. Wer zu Hause bleibt, weil der Strom ausfällt, braucht dafür den Vorrat und nicht den Rucksack (siehe unten).

Warum ein Rucksack und kein Koffer? Du hast beide Hände frei, sagt das BBK. Es rät außerdem, einzuplanen, dass es länger dauern kann, bis du die Wohnung wieder betreten darfst. Vielleicht musst du erst in eine Notunterkunft oder zu Bekannten.

Was hineingehört, und warum

Wo das BBK einen Grund nennt, steht er hier. Die übrigen Begründungen sind unsere.

Gesundheit

  • Persönliche Medikamente. In einer Notsituation kann der Zugang zu medizinischer Versorgung eingeschränkt sein, schreibt das BBK, und die eigenen Medikamente dabeizuhaben ist dann besonders wichtig.
  • Erste-Hilfe-Material und Hygieneartikel für ein paar Tage, etwa für die Monatshygiene oder Windeln.
  • Ersatz für Hilfsmittel wie Brille oder Hörsysteme. Dieser Punkt steht nur im Ratgeber.
  • Eine Atemschutzmaske der Klasse FFP2. Sie soll vor Viren, Bakterien und gefährlichen Stoffen in der Luft schützen. Im Ratgeber steht sie nicht auf der Notgepäck-Liste, sondern unter "Sonstiges" für den Haushalt (Vergleich unten).
  • Sonnencreme und Kopfbedeckung.

Essen und Trinken

  • Verpflegung für 2 Tage in staubdichter Verpackung. Der Ratgeber nennt nur "haltbare Lebensmittel" und keine Dauer.
  • Eine wiederbefüllbare Trinkflasche. Wie viel Wasser hineingehört, schreibt das BBK nicht.
  • Essgeschirr, Dosenöffner und Taschenmesser, damit die Konserven aufgehen und du nicht aus der Dose löffeln musst.

Schlafen und Wetter

  • Schlafsack oder Decke, weil ein Notquartier nicht unbedingt Betten hat.
  • Kleidung für ein paar Tage mit Wetterschutz und festen Schuhen. Das BBK empfiehlt das Zwiebelprinzip: mehrere dünne Schichten statt eines dicken Stücks, damit du dich Wetter und Raum anpassen kannst.
  • Arbeitshandschuhe, falls du anfassen musst, was scharfkantig oder schmutzig ist.

Licht, Radio, Strom

  • Ein Radio mit Batterie, Solarzelle oder Kurbel. Fallen Apps und Handy-Warnungen aus, funktionieren laut BBK die Radiosender weiter.
  • Eine Taschenlampe mit Ersatzbatterien.
  • Eine geladene Powerbank, mit der du weiter kommunizieren und dich informieren kannst.
  • Feuerzeug oder Streichhölzer, Notizblock und Stift. Beides steht nur im Ratgeber.
  • Ein Handy mit Kamera oder einen Fotoapparat, um Schäden nach der Rückkehr zu dokumentieren. Das BBK sagt ausdrücklich, ein Handy mit Fotofunktion reiche aus.

Kinder

  • Ein Brustbeutel oder eine SOS-Kapsel mit Name, Geburtsdatum und Anschrift. Das BBK nennt dafür keinen Grund. Wir sehen ihn darin, dass ein Kind, das abhandenkommt, sich zuordnen lässt.

Nicht vorab packen

Manches kann nicht im Rucksack warten. Das BBK führt unter "Im Notfall nicht vergessen" auf: Personalausweis oder Reisepass, Bargeld und Geldkarten, Gesundheitskarte der Krankenversicherung, Impfpass, Haustürschlüssel, gegebenenfalls Autoschlüssel und das Handy. Ein Zettel mit dieser Liste ganz oben im Rucksack kostet nichts. Er hilft beim Packen nachts oder unter Stress.

Die beiden BBK-Listen im Vergleich

GegenstandInternetseite "Notgepäck"Ratgeber, Stand 11/2025
Verpflegungfür 2 Tage, staubdicht verpackthaltbare Lebensmittel, keine Dauer genannt
Radiobatteriebetrieben, mit ReservebatterienBatterie, Solarzelle oder Kurbel
Powerbanknicht genanntauf der Liste
Atemschutzmaske (FFP2)auf der Listenur unter "Sonstiges" für den Haushalt
Ersatz für Brille oder Hörsystemenicht genanntauf der Liste
Feuerzeug, Notizblock, Stiftnicht genanntauf der Liste
SOS-Kapsel für Kinderauf der Listenicht genannt
Fotoapparat oder Handy mit Kameraauf der Listenicht genannt

Die Unterschiede sind klein. Wenn du beide Listen zusammenlegst, bekommst du eine Fassung, die etwas länger ist als jede einzelne.

Wie groß und wie schwer?

Hier bleibt das BBK still. In den beiden Texten stehen die Regel mit dem einen Rucksack pro Person und die Verpflegung für 2 Tage, mehr nicht: keine Kilozahl, kein Volumen in Litern, keine Stundenzahl für die Gesamtausstattung. Mehrere Shops, die ihre Packliste als "nach BBK" bezeichnen, nennen dazu Kilos, Liter und Preise. In den BBK-Texten, die wir gelesen haben, stehen diese Werte nicht.

Eine Orientierung geben die Johanniter, Landesverband Nord. Das ist eine Hilfsorganisation und keine Behörde. Sie empfehlen ein Volumen von ca. 30 bis 50 Litern, je nach Fitness gewählt. Der Inhalt soll pro Person für 48 bis 72 Stunden eine autarke Versorgung ermöglichen. Beim Trinkwasser nennen sie mindestens 2 Liter pro Person für 24 Stunden. Jeder in der Familie sollte nach ihrer Empfehlung einen eigenen Rucksack haben.

Pack den Rucksack deshalb einmal probehalber und trag ihn die Treppe hinunter. Was du so nicht tragen kannst, nimmst du im Ernstfall nicht mit.

Die Dokumentenmappe

Die Mappe gehört zum Notgepäck, ist aber eine eigene Aufgabe. Der Ratgeber erklärt den Grund: Bei Brand oder Hochwasser gehen Dokumente verloren, und es kann schwierig bis unmöglich sein, sie neu zu beschaffen. Er rät zu einem feuerfesten oder wasserdichten Behälter. Das BBK will außerdem, dass alle Familienmitglieder wissen, wo die Mappe liegt.

FormBeispiele des BBK
Im OriginalFamilienurkunden (Geburts-, Heirats-, Sterbeurkunden) oder Stammbuch
Im Original oder als beglaubigte KopieSparbücher, Kontoverträge, Aktien, Wertpapiere, Versicherungspolicen; Zeugnisse; Mietverträge und andere Verträge; Testament, Patientenverfügung und Vollmacht
Als einfache KopiePersonalausweis, Reisepass, Führerschein und Fahrzeugpapiere, Impfpass, Grundbuchauszüge

Welche Form für welches Dokument gilt, entscheidet die Stelle, die es ausgestellt hat. Der Ratgeber rät, dort nachzufragen. Dazu kommen digitale Kopien in einer Cloud, auf einer tragbaren Festplatte oder einem USB-Stick. Weitere Kopien können bei Verwandten oder Freunden liegen. Auch ein Notar, ein Anwalt oder ein Bankschließfach kommt dafür infrage. Der Ratgeber zählt auch Passwortlisten zu den persönlichen Informationen. Speichere sie nur verschlüsselt, nicht offen in einer Cloud.

Rucksack und Vorrat sind zwei Dinge

FrageNotfallrucksackVorrat zu Hause
Wofürdie ersten Tage außer Haussich zu Hause selbst versorgen
DauerVerpflegung für 2 Tagemöglichst 10 Tage, zumindest 3 Tage helfen schon sehr
WasserTrinkflasche, keine Menge genanntidealerweise 2 Liter pro Person und Tag
Wogriffbereit, alle kennen den Platzim Haushalt gelagert

Beides ergänzt sich. Der Vorrat deckt den Haushalt ab, der Rucksack geht mit, wenn du raus musst. Was dein Haushalt an Vorrat braucht, rechnet der Notvorrat-Rechner aus, und zum Wasser steht mehr im Ratgeber zum Wasservorrat. Für den Stromausfall zu Hause gibt es die Schritte für den Stromausfall.

Österreich und Schweiz

In Österreich haben wir keine bundesweite Rucksack-Liste gefunden. Das Innenministerium führt auf oesterreich.gv.at Dinge auf, die immer im Haus und griffbereit sein sollen, darunter wichtige Dokumente zusammengefasst in einer Mappe sowie Bargeld, Ausweis und eine Übersicht mit den wichtigsten Kontakten und Adressen. Dort steht auch, dass Betroffene kurzfristig evakuiert werden können. Die Notrufnummern sind andere als in Deutschland: Feuerwehr 122, Polizei 133, Rettung 144, europaweit 112. Seiten einzelner Landeszivilschutzverbände mit eigenen Notgepäck-Listen waren am 25. Oktober 2026 nicht erreichbar. Wir haben sie deshalb nicht ausgewertet.

In der Schweiz arbeitet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz mit zwei Stufen. Die erste ist eine Frage: Haben Sie diese Dinge innerhalb einer halben Stunde gepackt? Dazu zählen ein Handy mit Akku sowie Pass oder ID, die persönlichen Medikamente, das Portemonnaie mit Bargeld und Kreditkarten sowie Verpflegung und Getränke. Wer mehr Zeit hat, ergänzt etwa Ersatzwäsche und ein batteriebetriebenes UKW-Radio sowie eine Taschenlampe. Empfohlen wird außerdem ein Dokumentendossier. Ob du einen Koffer oder Rucksack nimmst, lässt der Notfallplan offen. Er schreibt nur, du solltest dir überlegen, wie du das Notgepäck möglichst praktisch mitführst.

Packen, ablegen, prüfen

Stell den Rucksack dorthin, wo ihn jeder im Haushalt findet, am besten neben die Wohnungstür oder in den Flur. Die Johanniter raten, die Inhalte regelmäßig zu kontrollieren und zu aktualisieren, damit Lebensmittel und Medikamente haltbar bleiben und die Technik im Ernstfall läuft. Probier dabei Radio und Taschenlampe aus: So fallen leere Batterien vor dem Ernstfall auf.

Wo Waystone dazukommt

Wir bauen mit Waystone einen Offline-Assistenten, der Listen wie diese ohne Internet zeigen und die Quellseite dazu öffnen soll. Er ist in Entwicklung, es wird nichts verkauft, und er antwortet zunächst auf Englisch. Weil er Strom braucht, gehört eine ausgedruckte Liste trotzdem in den Rucksack.